Seid grauer Vorzeit ist und bleibt Fleisch von Tieren (Esca ex animalibus) nun mal Hauptnahrungsmittel Nummer eins.

Der Domestikationsprozess begann um 10.000 – 9.000 v. Chr. ausschlaggebendes Gebiet ist Vorderasien (heutiges Syrien, Libanon, Israel, südöstliche Türkei und nördlicher Irak). In den folgenden Jahrtausenden nahm die neue Lebensweise ihren Weg von Kleinasien aus, nach Südosteuropa, über das Mittelmeergebiet und breitete schließlich nach Mittel- und Nordeuropa aus.

Das halten von Nutzvieh (mhd. vihe; lat. pecus, peculium, pecunia [Vieh]; iumentum [Zugvieh]) ist nach dem Ackerbau sicherlich der bedeutendste Zweig der Landwirtschaft.

Topographische Gegebenheiten zugrundeliegend dominierte sogar die Viehzucht. Zum Beispiel in den Marschländern des Nordens oder auf den Hochalmen in südlich gelegenen Gebirgen.

Gehalten wurden Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Geflügel, Kaninchen, Honigbienen und Seidenspinner, dazu Pferde als Zug- und Reittiere, Hunde, Katzen u.a.m.

Der Nutzwert der Tiere war äußerst vielseitig: sie dienten zur Lasten- und Personenbeförderung, als Zugtiere vor Pflug und wagen, produzierten damals wie heute Nahrungsmittel, wie Milch, Butter, Käse, Fett, Fleisch, Eier und Honig; aus ihren Fellen und Häuten entstanden Leder, Pelze und Pergament; sie lieferten Wolle, Haare, Borsten, Horn, Unschlitt (festes Körperfett von geschlachteten Wiederkäuern), Wachs, Eier sowie Daunen- und Schreibfedern; ihr Kot und Urin düngten die Felder; Hunde dienten als Wächter, Hüter, Jäger und Schoßtiere sowie als Zug-, Trag- und Treideltiere, Katzen als Mäuse- und Ratten Vertilger, Greifvögel wurden zur Beizjagd abgerichtet, in Käfigen gehaltene Singvögel erhellten mit ihrem Gezwitscher das Gemüt; in der kalten Jahreszeit war überdies die Wärme der aufgestallten Tiere im Haus willkommen.

Knochenfunde, die bei Ausgrabungen ans Tageslicht befördert wurden, ergeben Hinweise auf Körpergröße und -gestalt der Tiere und auf die in den jeweiligen Gebieten gehaltenen Arten. Der Landschaftsform entsprechend wurden in waldreichen Gegenden vornehmlich Schweine gehalten.

Schweine wurden in die noch vorhandenen ausgedehnten Eichen- und Buchenwälder getrieben und blieben dort oft bis zur Schlachtzeit im November. Wie man anhand von Knochenfunden nachweisen konnte, wurden Schweine häufig mittels einer Seilschlinge um einen Hinterlauf – oberhalb des Sprunggelenks – angepflockt („getüdert“).

Ziegen waren in bergischen Landschaften heimisch, Schafe hingegen in Heideregionen. Schafe und Ziegen konnten auf mageren, anderweitig nicht nutzbaren Böden oder Brachfeldern gehütet werden.

Rinder und Pferde wurden im Sommer auf Weiden oder in Gattern gehalten, wo sich selbst versorgten. Die Wintermonate verbrachten sie bei meist kärglicher Stroh- und Heufütterung im Stall.

Höfische Pferdehaltung wurde mit Sicherheit, mit sehr viel größerem Aufwand betrieben. 

Von erheblicher Bedeutung war die städtische Tierhaltung, durch welche die Städte bei der Fleischerzeugung beinahe Autarkie erlangten. Bei Sonnenaufgang wurden die Tiere aus der Stadt ausgetrieben. Eine feste Reihenfolge war strikt einzuhalten. Rindvieh hatte den Vorrang, danach der Gemeindehirt mit den Schafen, Ziegen und Schweinen. Metzger mit ihrem Vieh bildeten das Schlusslicht. Eine Stunde vor Sonnenuntergang lief das Prozedere in umgekehrter Reihenfolge ab.

Schweine wurden von den meisten Einwohnern gehalten, vornehmlich von Bäckern und Müllern, weil ihnen Kleie, als Mastfutter zur Verfügung stand.

Die Anzahl die in der Stadt gehaltenen Tiere war beschränkt; nach einer Leipziger Verordnung von 1393 durften Bäcker höchstens 12 Schweine halten. Zur Reinhaltung der Straßen verfügte eine Ratssatzung in Frankfurt/M. (1421), dass Schweine im Haus oder im Hof zu halten seien und nicht frei herumlaufen dürften.

Schlachttiere bzw. Tierkörperteile (darunter zählen nicht Wild, Singvögel und Fische) spielten außer für die Ernährung eine wichtige Rolle als Materialquelle für Leder, Pergament, Pelze und Arzneimittel. Als Ausgangsstoffe für handwerkliche Produkte dienten Horn, Knochen (Leim) und Haare (Filz). In Därme, Magen und Blase füllte man zerkleinertes Fleisch und Fett zur Wurstherstellung, aus Sehnen machte man u.a. Türangeln oder die Bespannung von Bogen und Armbrüsten, Tierblasen und dünnes Leder haben als Vorläufer von Fensterglas gedient, des getrockneten Stier- oder Ochsenpenis’ (mhd. visel) bediente man sich, als einer schweren, elastischen Peitsche (Ochsenfiesel, -ziemer). Insgesamt blieb kaum ein Teil des Schlachtkörpers ungenutzt. Die städtische Fleischversorgung war hinsichtlich Tierart, alter, Geschlecht, Gesundheit, Qualität und Preis streng reglementiert und kontrolliert..

Zur gewerblichen Schlachtung kamen: Nur Säugetiere, welche da wären …

Rinder (Kühe, Bullen, Ochsen, Färsen, Kälber)

Schweine (Mutterschweine, kastrierte weibliche und männliche Schweine, Ferkel)

Schafe (Mutterschafe, Böcke, Hammel (Schöpse), Lämmer)

Ziegen (ausgewachsene Tiere, kastrierte Ziegenböcke, Zicklein)

Kaum Bedeutung in der Ernährung hatten:

Pferde, Esel (Eselsfleisch wurde nur in Notsituationen erschlachtet)

Hunde und Katzen (galten nach dem dt. Fleischbeschaugesetz bis 1986 als Schlachttiere.)

Kaninchen (domestizierte)

Die Vermutung das Geflügel also, Gänse, Enten, Hühner, Kapaune (kastrierte Hähne), Haustauben, Pfauen (wurden wohl nur für Schaugerichte getötet und galten als „Treuebeweis“), Fasane. Von den Haltern selbst geschlachtet wurde.

Tierprozesse und der Hexenhammer

Auch das gab es …

Nach der Lektüre des „Hexenhammers“ dürfte es dem Leser schwerfallen, noch einen offenen Aspekt zum Verhältnis Mensch und Tier im Mittelalter zu finden. Den textlichen Hauptanteil des Buches haben übrigens die ausführlichen Zitate aus mittelalterlichen Dokumenten, von denen der „Hexenhammer“, die Bücher der Hildegard von Bingen oder die „Bestiarien“ nur einige sind. Und bei der Lektüre, zu denen auch die oben angesprochenen Gerichtsakten gehören, darf man des Öfteren gehörig schmunzeln. Tierprozesse sind in Europa erst seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar.

Hier ist eine Seite die Euch aufzeigen kann was ich meine …

http://www.textlog.de/dummheit-tierprozesse.html

Aber auch die Rezepte zur Herstellung von Medizin aus Tieren machen durchaus nachdenklich, stammen sie doch aus der Feder, der auch heute so angesehenen Hildegard von Bingen. Die Verabreichung von zu pulver zerriebenen Fischen, Walgehirn, welches man regelrecht zermatschte, Lachsknochen die auf Sandkorngröße zermalen wurde, die, innerlich und äußerlich angewendet, alle möglichen Krankheiten heilen oder lindern soll, da wundert sich man wohl zu Recht über das Vertrauen, welches der moderne Mensch den Heilmittelrezepten der Äbtissin entgegenbringt..

 

Zum Teil sind Textteile von mir übernommen worden, die unten stehenden Links zeigen die Quellen an.

http://geschimagazin.wordpress.com/2009/03/24/mensch-und-tier-im-mittelalter-45689342/

Dihttp://u01151612502.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/Tierhaltunge